Jahresbeginn in Heiligengrabe 2016

Seit dem letzten Bericht aus Heiligengrabe ist leider sehr viel Zeit vergangen, jetzt soll über alle Neuigkeiten berichtet werden. Die Wohnungen am Damenplatz sind fast alle fertig und bezogen, das ist hoch erfreulich, vor allem, da die neuen Bewohner sich mit Freude in verschiedenen Tätigkeiten einbringen und am geistigen Leben vor Ort teilnehmen.
Das Leben ging weiter mit viel Arbeit und Veranstaltungen, außerdem wurde eine neue Äbtissin gesucht. Die amtierende Äbtissin, Frau Dr. Friederike Rupprecht, wollte sich aus gesundheit-lichen Gründen zurückziehen. Die Suche nach einer Nachfolgerin war erfolgreich, am 10. Januar wurde Frau Dr. Erika Schweizer als neue Äbtissin bei einem Festgottesdienst in der Stiftskirche eingeführt.

Dr.Erika Schweizer - Neue Leuchten in der Kirche

Dieser Gottesdienst wurde noch ganz besonders erleuchtet durch die neuen Lampen, die der Förderverein angeschafft hat. Sie lösen die alten, häßlichen Leuchten ab, die Kirche erstrahlt in neuem Glanz. Ganz besonders strahlen auch die in den letzten Monaten freigelegten Malereien an den Gewölbe-Rippen im Altarraum. Es kamen Krabbenmalereien und Mariendisteln zum Vorschein. Die Denkmalpfleger vermuten noch mehr, die Arbeit soll fortgesetzt werden.
Die Klosterschänke ist neu verpachtet und wird die Gäste mit der bekannten Gastfreundschaft und vielfältigen Küche verwöhnen. Sogar vegane Gerichte stehen auf der Karte, ein Gericht probierte ich vor wenigen Tagen, es war besonders gut und phantasievoll, einfach köstlich.
Ein reichhaltiges Programm an Seminaren und Einkehrzeiten füllt das Jahr aus, die sommerlichen Konzerte versprechen wieder besondere Genüsse für Ohr und Herz.
Es lohnt sich also immer wieder, nach Heiligengrabe zu kommen, jede Jahreszeit bietet etwas anderes, auch in  der Umgebung gibt es Sehenswertes, aber man kann auch einfach wandern und sich an der frischen Luft und Ruhe erfreuen und neue Kraft schöpfen. RvO

Geschrieben am 03.02.2016 von admin in Allgemein, Berichte. 0 Kommentare.

Ein Heiliges Grab in der Zips

Wenn einer eine Reise tut … da gibt es was zu sehen. Wenn man dann noch das Glück hat wie ich, unsere Schatzmeisterin Karin Schiessler zur Seite zu haben, sieht man noch viel mehr. Durch ihre Aufmerksamkeit fanden wir ein „Heiliges Grab“ in einem kleinen Ort in der Zips.

Karte Slowakei - die Zips markiert

Aber wo liegt die Zips? Wir finden sie im östlichen Teil der Slowakei. Die Burg Zips erhebt sich als imposante Ruine aus der Ebene.
Die Zips / Spiš wurde im 12. Jahrh. durch deutschsprachige Kolonisten, den sogenann-ten Zipser Sachsen, die von den ungarischen Königen ins Land geholt wurden, besiedelt.

Die Hauptstadt ist Leutschau/ Levoča, bekannt u.a. durch den höchsten gotischen Altar der Welt (18,60 m), geschaffen von Meister Paul um 1508. Durch Bergbau, Weinhandel und Handwerk wurden die Zipser reich und unabhängig. Das „Zipser Kapitel/ Spišská Kapitula“, ein kleines, in sich geschlossenes Kirchenstädtchen ist eins der vielen Zeugen. Die Städte Leutschau und Kesmark/ Kežmarok sind herrliche Beispiele mit erhaltenen Strukturen, Bürgerhäusern, Adelspalais und Kirchen.

Altar St. Georg

Eine dieser Kirchen steht in einem kleinen Ort Georgenberg/ Spišská Sobota.
Wie der Name vermuten lässt, ist der Heilige Georg der Schutzpatron und ihm ist auch der prachtvolle Hauptaltar gewidmet. Kein Geringerer als Meister Paul hat dieses spätgotische Werk geschaffen.

Eine barocke Kanzel, Nebenaltäre sowie bildhauerische und bemalte Verzierungen vervollständigen den Eindruck dieser Kirche.
Meister Paul lebte nachgewiesen von 1500 bis 1537 in Leutschau, man kennt weder seinen Nachnamen, genaue Lebensdaten noch seine Herkunft. Neben seiner Holzschnitzerwerkstatt betrieb er sehr erfolgreich Weinhandel und ein Fuhrunternehmen.

Fotos: Dr. Hubert Brinkschulte

Im nordwestlichen Anbau ist die St. Joseph-Kapelle, in dem sich seit ca. 1789 das Heilige Grab in Form einer reichen zentralperspektivischen Bühnenarchitektur befindet. Das Zentrum bildet eine zweiteilige auf Holz gemalte Szene: unten liegt Christus im Grab, oben tragen  2 Gestalten aus dem AT eine große Weintraube auf einer Stange aus dem gelobten Land, dahinter die Inschrift: Ich bin der wahre Weinstock (Joh. 15,1). Über allem liegt ein übernatürliches Licht, gerahmt von Engelsköpfen auf Wolken. Auf diese Szenen hin führt kulissenartig eine reich gemalte Scheinarchitektur: an den je 6, das Scheingewölbe tragenden  Paneelen befinden sich Engelsfiguren, die die Leidenswerkzeuge Christi bzw. das Schweißtuch der Veronika tragen.

Maler ist Josef Lerch (1751 – 1828). Nicht   auf dem Foto zu sehen ist die zweiflügelige Eingangstür, auf deren Innenseite Soldaten = Grabwächter gemalt sind, auf der Außenseite eine Szene „Noli me tangere“.
Wie in vielen Kirchen auf dieser Reise durfte leider nicht fotografiert werden, die vorliegenden Bilder verdanken wir einem mutigen Mitreisenden.
Die Zips sowie die weiter östlich liegenden Städte wie Kaschau/ Košice (europ. Kulturhauptstadt 2013) Bartfeld/Bardejov u.v.m. sind wahre Schatzkammern, die weitgehend unbekannt und touristisch
(noch) nicht sehr gut erschlossen sind. Gerade deshalb hatte diese Reise einen ganz besonderen Reiz, nicht zuletzt durch die Entdeckung des Heiligen Grabes.
RvO/KS

Geschrieben am 27.02.2013 von admin in Allgemein, Berichte. 0 Kommentare.

Es ist nicht zu übersehen …

Weihnachten steht vor der Tür. Lange vorher wurden wir darauf aufmerksam gemacht, Stollen wurde nach den Sommerferien im Supermarkt angeboten und die Weihnachtsmärkte begannen noch vor Totensonntag. Nun aber schneit es auch und das lässt weihnachtliche Stimmung aufkommen.
Wir denken an ein gutes Jahr zurück – die Höhepunkte waren die 725-Jahr-Feier des Kloster Stift zum Heiligengrabe und die Einweihung der Stelen auf dem Stiftsgelände. Diese werden mit großem Interesse von den Besuchern wahrgenommen, das Faltblatt mit entsprechenden Erklärungen findet großen Beifall.

Noch ein letztes Ereignis in diesem Jahr sollte Sie nach Heiligengrabe führen: am 15. Dezember findet dort ein Weihnachtsmarkt statt, der neben Bastelarbeiten, Schmuck und Kerzen und vielen anderen schönen und nützlichen Dingen auch leibliche Genüsse aus der Region anbietet. Es besteht auch die Möglichkeit, im Heiligengraber Forst seinen eigenen Weihnachtsbaum zu schlagen. Das bunte Treiben im Kreuzgang zeigt das Kloster Stift mal von einer ganz anderen Seite und stimmt auf das Weihnachtsfest ein.
Der Förderverein wünscht allen, die diese Seite lesen, ein gesegnetes Weihnachtsfest, dazu Glück
und Gesundheit im Neuen Jahr.
Bleiben Sie uns treu und informieren sich von Zeit zu Zeit über Ereignisse in Heiligengrabe – es lohnt sich immer !

RvO

Geschrieben am 06.12.2012 von admin in Allgemein. 0 Kommentare.

725 Jahre Kloster Stift zum Heiligengrabe

In diesem Jahr feiert das Kloster Stift sein 725. Jubiläum – ein wahrhaft ehrwürdiges Alter und Anlaß zu allerhand Veranstaltungen. Einzelheiten sind unter www.klosterstift-heiligengrabe.de zu finden, aber auch die Leser der Informationen des Fördervereins sollen alles wissen.
Über die Ausstellung “Friedrich der Große und Heiligengrabe” ist schon berichtet. Am 10. Juni fand ein Jubiläumsfestgottesdienst in der Stiftskirche statt. Mit Lob- und Dankliedern – von Gemeinde und Chor gesungen, kamen auch vertonte Segensworte aus dem Heiligengraber Segensbüchlein zu Gehör.
Nach einer kurzen Kaffeepause fand man sich wieder in der Kirche zusammen, in der eine Podiumsdiskussion stattfand. Zu dem Thema “Heiligengrabe nach 1989″ erinnerten sich die Teilnehmer, u.a. Ministerpräsident i.R. Manfred Stolpe und Schirmherr des Kloster Stift, Dr.Dr. Wilhelm Hüffmeier, an die schwierigen Zeiten nach der Wende und den Neubeginn. Abends gab es ein wunderbares Fest-Konzert in der Kirche mit Orgel und Trompete.
Aber nicht nur die Ohren, auch die Augen bekommen allerhand zu sehen: am 12. August wurde die Ausstellung “Zeichen und Symbole” von Angela Junk-Eichhorn eröffnet. Über das Gelände sind Gemälde verschiedener Künstler “Kunst auf der Plakatwand” verteilt, die mit Farben und Themen erfreuen oder zum Nachdenken anregen.
Gleichzeitig kann man in den Ausstellungsräumen des Ostflügels der Abtei “Kreuzobjekte” von Andreas Dorfstecher betrachten, eindrucksvolle Werke aus Holz gearbeitet oder gemalt, vielseitig und anregend.
Es zeigt sich also immer wieder, daß ein Besuch in Heiligengrabe lohnend ist, es gibt für jeden Geschmack etwas.

Geschrieben am 12.08.2012 von admin in Allgemein. 0 Kommentare.

Besucherrundgang

Am 9. Juni 2012 wurde in Heiligengrabe ein Rundgang “eingeweiht”, der anhand von 18 Stelen die Geschichte des Kloster Stifts zum Heligengrabe erzählt. Diese Aufgabe stellte sich der Förderverein anlässlich seines 20.jährigen Gründungs-Jubiläums 1991.
Der Rundgang führt durch alle Jahrhunderte und beginnt an der Kirche (Stiftsprediger), geht an der Heiliggrabkapelle (Stiftshaupleute) vorbei zum Stiftshauptmannshaus, ehemalige Schule, (Stifts-schülerinnen) weiter zum Luisenhaus, das früher Gerichtsgebäude (Angeklagte Anna Else) war. Von dort geht es in die Nähe der Abtei (Äbtissinen aus drei Jahrhunderten) und zum Tiele-Winkler-Haus(Diakonissen, Klosterfrauen heute). Neben dem Taubenturm finden wir noch zwei Stelen, Gärtnerin und Hausdame. Auf dem Damenplatz steht die Stele einer Lehrerin vor ihrem Haus und dann endet der Rundgang mit zwei archäologischen Stelen an der Nordseite des Wulffen-Hauses, die über frühere Bebauung und Ausgrabungen berichten.
Ein ansprechendes Faltblatt (flyer) it an den Eingängen am Glockenturm und Klosterhof zu finden und erleichtert die Orientierung.
Es ist auffallend, wie viele Besucher die Stelen wahrnehmen und bei ihnen stehen bleiben, um alles zu “studieren”.
Dieser Rundgang ist besonders für die Besucher gedacht, die zu Zeiten nach Heiligengrabe kommen, in denen das Kloster geschlossen oder gerade keine Führungen angeboten werden. Es kann sich also jeder bei einem Spaziergang durch das schöne Gelände über Heiligengrabe informieren, denn auch an den Gebäuden sind Tafeln mit Erklärungen über Nutzung und Architektur angebracht.

Geschrieben am 12.08.2012 von admin in Allgemein. 0 Kommentare.
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