Heiligengrabe im Sommer 2017

„Geh aus mein Herz und suche Freud“ – dieses Lied fällt mir unweigerlich ein, wenn ich in den herrlichen Sommertagen diesen Text schreibe.
Wer nach Heiligengrabe fährt, wird mir Recht geben. Die Freude beginnt schon, wenn man das Stiftsgelände betritt, alles ist sauber geharkt, geschnitten und gemäht. Das Stauden-Rondell am Eingang der Abtei bereitet sich noch aufs Blühen vor, aber man ahnt schon, daß es wieder prächtig wird. Geht man weiter zum Nordhaus und Damenplatz, erfreuen die sorgsam zusammengestellten, immer blühenden Staudenbeete.
In der Abtei gibt es seit Mai die neue Dauerausstellung, die von der Kunsthistorikerin Sarah Romeyke sachkundig zusammengestellt wurde. Es lohnt sich allein dieser Ausstellung wegen nach Heiligengrabe zu kommen. Die Geschichte beginnt mit der Legende der Hostienschändung, die auf restaurierten Tafeln dargestellt wird. Die Gemälde der Äbtissinnen durch die Jahrhunderte sind ein weiterer Leitfaden in der Geschichte des Ortes, die Erinnerung an die Stiftsschule mit Internat (1847 – 1945) – „Preußens Töchter“ – wird eindrucksvoll dargestellt, die Zeit nach Kriegsende und die Arbeit des Friedenhortes beendet diesen Rundgang. Alles ist mit Gegenständen, Schrifttafeln und Fotos gut dokumentiert. Wer eine Treppe nach oben geht, findet in einem mit Hilfe des Fördervereins neu hergerichteten Raum die Erinnerung an die „Volkshochschule Prignitz“ – das von der Äbtissin Adolphine v. Rohr 1909 gegründete Heimatmuseum, eine für damalige Zeiten besondere Einrichtung.
Die Stiftskirche mit den bereits freigelegten gotischen Malereien ist ein Ort großer Ruhe (und Kühle!). Bald werden im hinteren Teil der Kirche noch einmal Gerüste aufgestellt, um in den verbliebenen Jochen weitere Malereien freizulegen – das Wiederkommen ist also vorprogrammiert.
Am Ende dieser Erlebnisse ist es Zeit, sich zu erholen. Dafür bietet sich der „Klosterhof“ an, der mit besonders geschmackvollen Gerichten, auch vegetarisch und vegan, Herz und Gaumen erfreut. Des Ehepaar Witt hat den Klosterhof übernommen, der Eßraum ist geschmackvoll neu gestaltet, eine Terrasse bietet frische Luft.
Wer das alles erlebt hat, darf gern weitersagen, wie schön es in Heiligengrabe ist und ein Besuch sich immer lohnt und eine Freude ist.
Juni 2017 Renata v. Oppen

Geschrieben am 22.06.2017 von admin in Berichte. 0 Kommentare.
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