Neues aus Heiligengrabe

Der Frühling steht vor der Tür und mancher mag sich überlegen, wohin er seine Schritte und Ausflüge lenkt. Ein Vorschlag ist im Nachfolgenden zu lesen und sei herzlichst empfohlen. Bei dieser Gelegenheit lohnt es sich, in Heiligengrabe umzusehen, dem Besucherrundgang zu folgen, in dem die Geschichte des Kloster Stift zu erfahren ist oder die Ausstellung „Preussens Töchter“ zu besuchen.

 

Pilgern auf dem Annenpfad

In seinem Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ hat der Entertainer H.-P. Kerkeling vor ein paar Jahren seine Erfahrungen auf dem Jakobsweg humorvoll und tiefsinnig beschrieben. Sehnsucht nach Wiederherstellung sei­ner Gesundheit haben ihn angetrieben, auch die Suche nach sich selbst, eine Suche, die er mit vielen Menschen teilt, die sich auf eine Pilgerreise begeben. Und am Ende der Reise stellt er fest: Am Ziel ist man immer ein anderer als der, der sich auf den Weg gemacht hat.
Jahr für Jahr pilgern mehr Menschen. Vielleicht liegt das einfach daran, dass das „Unterwegs sein“ ein Sinnbild für den Lebensweg ist, unterwegs sein zwischen dem Woher und Wohin, zwischen Loslassen wollen oder müssen und dem Gewinnen innerer Freiheit. Da geht es ums Durchhalten, wenn die Füße schwer und Tiefpunkte durchwandert werden, da geht es ums Loslassen, wenn die Gedanken an Zuhause, an einen geliebten Menschen, der verstorben ist oder an den stressigen Beruf wie Mühlsteine auf der Seele des Pilgers, der Pilgerin lasten. Zum Weg gehört, immer wieder neu zu entscheiden, wo es weitergehen soll, ob der schattige Waldweg oder die Weg in der Sonne der richtige ist. Und es geht um Zeiten der Rast, die auch der Lebensweg fordert, um neue Kräfte für den weiteren Weg zu sammeln.
Nun kann nicht jeder sagen: „Ich bin dann mal weg“ und über Wochen auf dem Jakobsweg pilgern. Auch auf unseren regionalen, teils kürzeren oder auch längeren Pilgerwegen kann ein Pilgertag helfen, die leisen Töne des Lebens wieder zu hören, auf die eigenen Wünsche zu achten, die im Alltag untergehen und auf die Sehnsüchte, die im Leben treiben.
Seit ein paar Jahren kann auch das Kloster Stift zum Heiligengrabe seinen Gästen einen Pilgertag anbieten. Gemeinsam mit zwei Fördervereinen, die sich zum Erhalt von Dorfkirchen gegründet haben, hat das Kloster einen Pilgerpfad eingerichtet, der mit seinen 22 km eine gute Länge für eine Tagestour hat. Der Rundweg führt zunächst nach Alt Krüssow, einem im Mittelalter bedeutsamen Pilgerort. Die imposante Annen­kirche mit einem besonders schönen Backsteingiebel steht im Zen­trum eines kleinen wendischen Runddorfes. In ihr wurde zur heiligen Anna gebetet, der Großmutter Jesu. Sie galt als Familienheilige und Schutzpatronin der Zünfte. Von hier geht es weiter nach Bölzke, einem Dorf, das mit einem bezaubernden Fachwerkkirchlein und einer informativen Ausstellung über das Pilgerwesen glänzt.
Aber auch auf dem Weg in Gottes schöner Natur gibt es viel zu sehen: Wälder, Wiesen und Weite, leuchtende Farben, das Blau des Himmels, das Grün der Weiden, im Sommer die leuchtend roten Mohnblumen im Kornfeld. Und eingehüllt in die Ruhe und Stille der Natur kann der Pilger am Ende des Weges nicht nur im Kloster Stift ankommen, sondern auch bei sich selbst.
Mittlerweile hat sich eine schöne Tradition heraus gebildet. In jedem Jahr am Gründonnerstag, wenn der Frühling angebrochen ist, eröffnen das Kloster und seine Partner, die Vereine zum Erhalt der Kirchen in Alt Krüssow und Bölzke, die Pilgersaison auf dem Annenpfad. Die Bürgermeister von Heiligengrabe und Pritzwalk gehören genauso zu den festen Teilnehmern wie eine brandenburgische Landtagsabgeordnete und viele Menschen aus den umliegenden Dörfern und Städten. Selbst für einige Teilnehmer aus Berlin ist dieser Pilgertag fest gebucht.
Und wenn einmal der Frühling auf sich warten lässt, wie im letzten Jahr: Ein Pilgertag im Schnee ist auch ein besonderes Erlebnis. Doch egal wie das Wetter ist, der Tag lässt Geist und Seele zur Ruhe kommen, und das ist immer die beste Vorbereitung auf das Osterfest.
Dr. Elisabeth Hackstein

Nun wünsche ich Ihnen einen guten Pilgerweg, feste Schuhe und gutes Wetter . Das Erleben der Natur verbunden mit der Stille mögen Ihnen Kraft und Erfrischung geben.
R.v.Oppen

Geschrieben am 15.02.2014 von admin in Berichte. 0 Kommentare.
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