Es gibt viel zu sehen in Heiligengrabe

Der Sommer ist da – auch wenn bisher mit wenig Sonne. Trotzdem sind viele Menschen auf Reisen und kommen auch an Heiligengrabe vorbei. Halten Sie an und nehmen sich die Zeit für einen Rundgang, es gibt viel Neues zu entdecken.

Im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2013 „spiel und ernst – ernst und spiel –
Kindheit in Brandenburg“ wurde am 9. Juni die Ausstellung „Preußens Töchter“ eröffnet. Der Titel bezieht sich auf die Stiftskinder, die von 1847 bis 1945 in Heiligengrabe zur Schule gingen und nachhaltig für ihr Leben geprägt wurden. In Bild und Ton werden Lebensläufe einiger Stiftskinder vorgestellt, Dinge des täglichen Lebens wie z.B. die einheitliche Schulkleidung werden gezeigt. Die Texte lassen die Mädchen und ihre Entwicklung lebendig werden, die strenge Erziehung, die spartanische Lebensweise und die Freundschaften, die ein Leben lang anhielten. An einer touch-screen-Station kann man vielfältige, auch historische Informationen abrufen.

Die Kuratorin, Frau Sarah Romeyke hat sich mit viel Mühe und Einfühlung dieses Themas angenommen, Gespräche und Korrespondenz mit den ehemaligen Schülerinnen geführt. Daraus ist eine beeindruckende, feinfühlige und informative Ausstellung entstanden, die zu betrachten sich allemal lohnt. Die Ausstellung ist bis Dezember geöffnet.

Beim weiteren Rund über das Stiftsgelände sollte man das Blumenrondell vor dem Haupteingang an der Abtei beachten. Es scheint auf den ersten Blick wie ein Unkrautbeet, ist in Wirklichkeit, wenn jetzt alles blüht, eine wunderbare Ansammlung seltener und unbekannter Blumen, die, farblich abgestimmt, Auge und Herz erfreuen.
Das Gleiche gilt für die Vorgärten der „Damenhäuser“ auf dem Damenplatz, die nach alten Vorlagen liebevoll angelegt sind und zu jeder Jahreszeit etwas zu zeigen haben.

Weiter am Klosterladen vorbei kommt man zum Lupa-Schuppen. Dieser merkwürdige Name entstand durch einen Handwerker namens Lupa, der nach 1945 dort seine Werkstatt hatte. Nach umfassender Sanierung mit entsprechend alten Materialien (Lehm etc.) erstrahlt dieses kleine Gebäude in neuem Glanz und innen kann man eine ansprechende Ausstellung mit Aquarellen ansehen. Joachim Henkel hat sie nach einer Reise nach Israel gemalt, in denen er die Farbigkeit, Licht und religiöse Vielfalt im Bild festhält. Bis ende Oktober kann die Ausstellung besucht werden.

Der schon bekannte Stelenrundgang rundet den Spaziergang über das Stiftsgelände ab, eine Erfrischung oder Stärkung wartet dann im „Klosterhof“ auf Sie.

Genießen Sie den Tag und denken Sie beim Heimkommen an den Förderverein, der sich immer wieder große Mühe gibt, dieses Juwel Kloster Stift Heiligengrabe zu fördern und zu erhalten.

Renata v. Oppen

Geschrieben am 08.07.2013 von admin in Berichte. Kommentare deaktiviert für Es gibt viel zu sehen in Heiligengrabe.

Ein Heiliges Grab in der Zips

Wenn einer eine Reise tut … da gibt es was zu sehen. Wenn man dann noch das Glück hat wie ich, unsere Schatzmeisterin Karin Schiessler zur Seite zu haben, sieht man noch viel mehr. Durch ihre Aufmerksamkeit fanden wir ein „Heiliges Grab“ in einem kleinen Ort in der Zips.

Karte Slowakei - die Zips markiert

Aber wo liegt die Zips? Wir finden sie im östlichen Teil der Slowakei. Die Burg Zips erhebt sich als imposante Ruine aus der Ebene.
Die Zips / Spiš wurde im 12. Jahrh. durch deutschsprachige Kolonisten, den sogenann-ten Zipser Sachsen, die von den ungarischen Königen ins Land geholt wurden, besiedelt.

Die Hauptstadt ist Leutschau/ Levoča, bekannt u.a. durch den höchsten gotischen Altar der Welt (18,60 m), geschaffen von Meister Paul um 1508. Durch Bergbau, Weinhandel und Handwerk wurden die Zipser reich und unabhängig. Das „Zipser Kapitel/ Spišská Kapitula“, ein kleines, in sich geschlossenes Kirchenstädtchen ist eins der vielen Zeugen. Die Städte Leutschau und Kesmark/ Kežmarok sind herrliche Beispiele mit erhaltenen Strukturen, Bürgerhäusern, Adelspalais und Kirchen.

Altar St. Georg

Eine dieser Kirchen steht in einem kleinen Ort Georgenberg/ Spišská Sobota.
Wie der Name vermuten lässt, ist der Heilige Georg der Schutzpatron und ihm ist auch der prachtvolle Hauptaltar gewidmet. Kein Geringerer als Meister Paul hat dieses spätgotische Werk geschaffen.

Eine barocke Kanzel, Nebenaltäre sowie bildhauerische und bemalte Verzierungen vervollständigen den Eindruck dieser Kirche.
Meister Paul lebte nachgewiesen von 1500 bis 1537 in Leutschau, man kennt weder seinen Nachnamen, genaue Lebensdaten noch seine Herkunft. Neben seiner Holzschnitzerwerkstatt betrieb er sehr erfolgreich Weinhandel und ein Fuhrunternehmen.

Fotos: Dr. Hubert Brinkschulte

Im nordwestlichen Anbau ist die St. Joseph-Kapelle, in dem sich seit ca. 1789 das Heilige Grab in Form einer reichen zentralperspektivischen Bühnenarchitektur befindet. Das Zentrum bildet eine zweiteilige auf Holz gemalte Szene: unten liegt Christus im Grab, oben tragen  2 Gestalten aus dem AT eine große Weintraube auf einer Stange aus dem gelobten Land, dahinter die Inschrift: Ich bin der wahre Weinstock (Joh. 15,1). Über allem liegt ein übernatürliches Licht, gerahmt von Engelsköpfen auf Wolken. Auf diese Szenen hin führt kulissenartig eine reich gemalte Scheinarchitektur: an den je 6, das Scheingewölbe tragenden  Paneelen befinden sich Engelsfiguren, die die Leidenswerkzeuge Christi bzw. das Schweißtuch der Veronika tragen.

Maler ist Josef Lerch (1751 – 1828). Nicht   auf dem Foto zu sehen ist die zweiflügelige Eingangstür, auf deren Innenseite Soldaten = Grabwächter gemalt sind, auf der Außenseite eine Szene „Noli me tangere“.
Wie in vielen Kirchen auf dieser Reise durfte leider nicht fotografiert werden, die vorliegenden Bilder verdanken wir einem mutigen Mitreisenden.
Die Zips sowie die weiter östlich liegenden Städte wie Kaschau/ Košice (europ. Kulturhauptstadt 2013) Bartfeld/Bardejov u.v.m. sind wahre Schatzkammern, die weitgehend unbekannt und touristisch
(noch) nicht sehr gut erschlossen sind. Gerade deshalb hatte diese Reise einen ganz besonderen Reiz, nicht zuletzt durch die Entdeckung des Heiligen Grabes.
RvO/KS

Geschrieben am 27.02.2013 von admin in Allgemein, Berichte. Kommentare deaktiviert für Ein Heiliges Grab in der Zips.

Es ist nicht zu übersehen …

Weihnachten steht vor der Tür. Lange vorher wurden wir darauf aufmerksam gemacht, Stollen wurde nach den Sommerferien im Supermarkt angeboten und die Weihnachtsmärkte begannen noch vor Totensonntag. Nun aber schneit es auch und das lässt weihnachtliche Stimmung aufkommen.
Wir denken an ein gutes Jahr zurück – die Höhepunkte waren die 725-Jahr-Feier des Kloster Stift zum Heiligengrabe und die Einweihung der Stelen auf dem Stiftsgelände. Diese werden mit großem Interesse von den Besuchern wahrgenommen, das Faltblatt mit entsprechenden Erklärungen findet großen Beifall.

Noch ein letztes Ereignis in diesem Jahr sollte Sie nach Heiligengrabe führen: am 15. Dezember findet dort ein Weihnachtsmarkt statt, der neben Bastelarbeiten, Schmuck und Kerzen und vielen anderen schönen und nützlichen Dingen auch leibliche Genüsse aus der Region anbietet. Es besteht auch die Möglichkeit, im Heiligengraber Forst seinen eigenen Weihnachtsbaum zu schlagen. Das bunte Treiben im Kreuzgang zeigt das Kloster Stift mal von einer ganz anderen Seite und stimmt auf das Weihnachtsfest ein.
Der Förderverein wünscht allen, die diese Seite lesen, ein gesegnetes Weihnachtsfest, dazu Glück
und Gesundheit im Neuen Jahr.
Bleiben Sie uns treu und informieren sich von Zeit zu Zeit über Ereignisse in Heiligengrabe – es lohnt sich immer !

RvO

Geschrieben am 06.12.2012 von admin in Allgemein. Kommentare deaktiviert für Es ist nicht zu übersehen ….

725 Jahre Kloster Stift zum Heiligengrabe

In diesem Jahr feiert das Kloster Stift sein 725. Jubiläum – ein wahrhaft ehrwürdiges Alter und Anlaß zu allerhand Veranstaltungen. Einzelheiten sind unter www.klosterstift-heiligengrabe.de zu finden, aber auch die Leser der Informationen des Fördervereins sollen alles wissen.
Über die Ausstellung „Friedrich der Große und Heiligengrabe“ ist schon berichtet. Am 10. Juni fand ein Jubiläumsfestgottesdienst in der Stiftskirche statt. Mit Lob- und Dankliedern – von Gemeinde und Chor gesungen, kamen auch vertonte Segensworte aus dem Heiligengraber Segensbüchlein zu Gehör.
Nach einer kurzen Kaffeepause fand man sich wieder in der Kirche zusammen, in der eine Podiumsdiskussion stattfand. Zu dem Thema „Heiligengrabe nach 1989“ erinnerten sich die Teilnehmer, u.a. Ministerpräsident i.R. Manfred Stolpe und Schirmherr des Kloster Stift, Dr.Dr. Wilhelm Hüffmeier, an die schwierigen Zeiten nach der Wende und den Neubeginn. Abends gab es ein wunderbares Fest-Konzert in der Kirche mit Orgel und Trompete.
Aber nicht nur die Ohren, auch die Augen bekommen allerhand zu sehen: am 12. August wurde die Ausstellung „Zeichen und Symbole“ von Angela Junk-Eichhorn eröffnet. Über das Gelände sind Gemälde verschiedener Künstler „Kunst auf der Plakatwand“ verteilt, die mit Farben und Themen erfreuen oder zum Nachdenken anregen.
Gleichzeitig kann man in den Ausstellungsräumen des Ostflügels der Abtei „Kreuzobjekte“ von Andreas Dorfstecher betrachten, eindrucksvolle Werke aus Holz gearbeitet oder gemalt, vielseitig und anregend.
Es zeigt sich also immer wieder, daß ein Besuch in Heiligengrabe lohnend ist, es gibt für jeden Geschmack etwas.

Geschrieben am 12.08.2012 von admin in Allgemein. Kommentare deaktiviert für 725 Jahre Kloster Stift zum Heiligengrabe.

Besucherrundgang

Am 9. Juni 2012 wurde in Heiligengrabe ein Rundgang „eingeweiht“, der anhand von 18 Stelen die Geschichte des Kloster Stifts zum Heligengrabe erzählt. Diese Aufgabe stellte sich der Förderverein anlässlich seines 20.jährigen Gründungs-Jubiläums 1991.
Der Rundgang führt durch alle Jahrhunderte und beginnt an der Kirche (Stiftsprediger), geht an der Heiliggrabkapelle (Stiftshaupleute) vorbei zum Stiftshauptmannshaus, ehemalige Schule, (Stifts-schülerinnen) weiter zum Luisenhaus, das früher Gerichtsgebäude (Angeklagte Anna Else) war. Von dort geht es in die Nähe der Abtei (Äbtissinen aus drei Jahrhunderten) und zum Tiele-Winkler-Haus(Diakonissen, Klosterfrauen heute). Neben dem Taubenturm finden wir noch zwei Stelen, Gärtnerin und Hausdame. Auf dem Damenplatz steht die Stele einer Lehrerin vor ihrem Haus und dann endet der Rundgang mit zwei archäologischen Stelen an der Nordseite des Wulffen-Hauses, die über frühere Bebauung und Ausgrabungen berichten.
Ein ansprechendes Faltblatt (flyer) it an den Eingängen am Glockenturm und Klosterhof zu finden und erleichtert die Orientierung.
Es ist auffallend, wie viele Besucher die Stelen wahrnehmen und bei ihnen stehen bleiben, um alles zu „studieren“.
Dieser Rundgang ist besonders für die Besucher gedacht, die zu Zeiten nach Heiligengrabe kommen, in denen das Kloster geschlossen oder gerade keine Führungen angeboten werden. Es kann sich also jeder bei einem Spaziergang durch das schöne Gelände über Heiligengrabe informieren, denn auch an den Gebäuden sind Tafeln mit Erklärungen über Nutzung und Architektur angebracht.

Geschrieben am 12.08.2012 von admin in Allgemein. Kommentare deaktiviert für Besucherrundgang.
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